Donnerstag, 22. Juni 2017

Alles Bullerbü, oder was?!

"Wo seid Ihr denn?!" lese ich vor dem Zubettgehen auf meinem Handy. Nanu? Die Nachricht kommt vom Liebsten und ist ein paar Stunden alt. Ein Anruf von ihm wird auch angezeigt.

Kurz vor 18 Uhr war das, als ich erneut ins Mutzelzimmer rufe, wann Mutzi denn endlich den Tisch deckt. Sie guckt mich ganz erstaunt an. Sie hat es wohl über ihrem Buch vergessen. Ich pendle zwischen der Küche, wo ich das Abendessen vorbereite und dem Badezimmer, wo der kleine Bruder und der Adventsjunge in der Wanne sitzen, hin und her.

In der Küche schneide ich grünen Spargel und will ihn anbraten. Dazu soll es gewürfelten Fetakäse und Erdbeeren geben. Während ich arbeite, bin ich mit mindestens einem Ohr im Bad bei den Jungs. Dass der Boden schwimmt, ist eh klar. Aber das macht mir schon gar nichts mehr, kann ich hinterher gleich mal durchwischen. Die Stimmung zwischen den Brüdern schwankt gerade minütlich zwischen "Wir sind die besten Brüder aller Zeiten!" und "Du hast aber angefangen!" "Nein, du!" "Du!" "DUUU!!!"

Als ich wieder im Bad stehe, sehe ich, dass sich die Brüder gegenseitig Shampoo auf ihre Köpfe gegossen haben. Viel. Sehr viel! Das ganze Bad riecht nach Lindenblüte. Später stellt sich heraus, sie haben die nagelneue Flasche benutzt, die ich am Vortag dem Liebsten mitgebracht hatte. Sie ist nun leer. Die Waschmaschine piept ihr Fertig-Signal.

Als ich mit viel Überredungskunst und dickem Babybauch schwitzend über der Wanne hänge und versuche, dem Adventsjungen die Shampoomassen aus seinen Locken zu spülen, klingelt es an der Tür. Nee, ich kann nicht! Der Liebste klingelt meistens um die Zeit, weil der Adventsjunge so gerne die Gegensprechanlage bedient und ihm dann aufmacht. Aber doch nicht jetzt! Der Adventsjunge sitzt kreischend im Wasser und beugt den Kopf nach vorne statt nach hinten. Klar, dass ihm da das Wasser in die Augen läuft.

Der Liebste wird doch wohl seine Schlüssel benutzen, wenn er merkt, dass niemand ihm öffnet! Ich kippe immernoch Wasser mit einem Becher über den Kopf des Adventsjungen. Schwitz. Kreisch. Ich gebe ihm einen Waschlappen, damit er sich damit die Augen zuhalten kann. Ich muss mich beeilen, denn die Geduld des Kleinen ist bereits abhanden gekommen. Drrrrrrrrrring! Meine auch.

Ich renne zur Tür und reiße sie auf. "Ich kann doch nicht! Ich bin im Bad! Warum nimmst du nicht deine Schlüssel!" rufe ich. "Weil ich meine Schlüssel vergessen habe! Ich habe sogar angerufen!" fuppert der Liebste zurück. Da bin ich schon wieder im Bad bei den Jungs und fische den Adventsjungen aus der Wanne. Im Vorbeigehen sehe ich, dass das Mutzelchen immernoch in ihrem Zimmer tagträumt.

Orrrrr, das Abendessen ist ja noch gar nicht fertig! Der Tisch ist immernoch nicht gedeckt. Und der Spargel will auch noch angebraten werden. Das Telefon klingelt und bleibt unbeachtet. Ich ziehe dem Adventsjungen seinen Schlafanzug über und gebe dem kleinen Bruder Instruktionen, wie er die Wanne und das Bad zu verlassen hat.

Der Liebste zieht sich um und übernimmt das Tischdecken. Das Mutzelchen kommt auch dazu und beginnt, ohne Punkt und Komma von ihrem Klassenausflug zu berichten. Die Jungs toben plötzlich auf dem Sofa, anstatt zu helfen. Ich brate den Spargel an und vermische ihn in einer Schüssel mit dem Feta. Die Erdbeeren stehen auch bereit. Alle an den Tisch! Da sitzen wir nun endlich beisammen. Uff. Der Adventsjunge isst wieder nur den Belag. Kakaopulver landet neben dem Glas. Der kleine Bruder will doch Müsli essen und das Mutzelchen fragt nach Limo. Die Erdbeeren müssen am besten genau abgezählt sein. Nicht, dass jemand mehr bekommt!

Nach dem Abendessen, als das Mutzelchen und der kleine Bruder den Tisch abräumen und den Geschirrspüler einräumen sollen, fällt ein Glas zu Boden. Es zerspringt auf den Fliesen in tausend kleine Scherben, die nun in der gesamten Küche liegen. Der Liebste schickt die barfüßigen Kinder schnell raus und beginnt, zu fegen.

Als alle Kinder ihre Zähne geputzt haben, sitze ich mit ihnen auf dem Sofa vor dem Sandmännchen. Der Liebste saugt immernoch penibel die Küche und räumt dann den Geschirrspüler ein. Nach dem Sandmännchen bringe ich die Kinder ins Bett. Kuscheln, umarmen, reden, alles ist gut. Mutzelchen versinkt in ihrem Harry-Potter-Buch, die Jungs dürfen noch leise ein Hörspiel hören. Türen zu. Ruhe!

Ich schnappe mir den Liebsten und schicke ihn vor die Wohnungstür. Ich öffne beschwingt, ziehe ihn in die Wohnung, falle ihm um den Hals und rufe "Da bist du ja!". Wir küssen uns und lachen und fangen den Abend einfach nochmal von vorne an. Einfach Wahnsinn, dieses Familienleben!

"Viel Spaß noch in deinem Bullerbü!" sagte mal jemand schnippisch zu mir.

Das tat mir weh. Warum? Bullerbü steht als Synonym für eine heile Welt. Es ist ein Klischee für Sonnenschein, hübsche Häuschen und glückliche Menschen. Bullerbü steht für ein romantisches Idyll, dass es so nur auf Postkarten oder in Bilderbüchern gibt. Bullerbü wird auch gerne abwertend als Schimpfwort verwendet. Auch in den Medien und vor allem gegenüber Blogs von Frauen. Das sitzt.

Ich habe das Gefühl, mir wurde mit diesem Satz ein normales Familienleben abgesprochen. Mein Leben ist demnach gar nicht echt. Mein Leben beinhaltet demnach keine Sorgen und Ängste. Ich führe also ein Leben, in dem ich mich anscheinend nicht anstrengen muss. In dem mir alles zufällt und immer eitel Sonnenschein herrscht. Ein Leben ohne Facetten. Ein langweiliges Leben.

Ja, wo gibts denn sowas?! Jeder Mensch mit ausreichend Lebenserfahrung weiß, so etwas gibt es nicht. Das Leben ist nicht so. Und wäre es ohne Stress, Sorgen und Schmerz, würden wir nicht daran wachsen können. Denn diese Erfahrungen machen uns zu den Menschen, die wir sind.

Nur weil ich gerne positiv denke und hier im Blog vor allem die schönen Momente festhalten und teilen will, heißt das nicht, dass ich nicht auch mit den ganz normalen Anforderungen eines Familienlebens kämpfe. Dass ich nicht auch mal strauchle und durch Stürme hindurchmuss. Dass ich nicht auch mal traurig bin. Oder dass ich nicht auch alle meine Nerven beisammen halten muss. Siehe oben. Das gehört nunmal dazu. Ich will das Beste draus machen und mich nicht runterziehen lassen. Und wenn am Ende des Tages Küsse und Umarmungen stehen oder ein Sessel und eine schöne Tasse Tee, ist das doch alles nur noch halb so schlimm.

Dann kann ich auch über dieses Bullerbü-Bild schmunzeln. Ist doch ganz schön hier!


Dienstag, 20. Juni 2017

Unser Midsommar


Verschwenderische Natur. Schwerer Blütenduft. Bunte Farben überall. Lauer Wind im Haar. Das Geräusch von Rasensprengern. Warmer Sand zwischen den Zehen. Der Gesang der Nachtigall. Die hochstehende Sonne taucht tagsüber alles in gleißendes Licht. Die kurzen Nächte sind hellblau und magisch. Die Fledermaus zieht vor unserem Fenster geräuschlos und flink ihre Kreise. Es ist die Zeit der Sommersonnenwende. Ist das zu glauben, dass wir von nun an schon wieder dem Winter zugehen?!

Daran wollen wir aber noch lange nicht denken, sondern feiern den Sommer hier und jetzt. Denn er beginnt ja erst richtig. Wie schon im letzten Jahr haben wir am vergangenen Wochenende ziemlich spontan ein kleines privates Midsommarfest nach skandinavischen Vorbild veranstaltet. Das Schöne an diesem Fest: alles ist ruckzuck vorbereitet. Niemand will doch in der Sommerhitze in der heißen Küche stehen, oder?!

Mir gefällt an dem Fest vor allem die schmackhafte Schlichtheit der Speisen. Die kleinen neuen Kartoffeln habe ich nur gekocht, gegessen haben wir sie gleich mit der Schale. Dazu gab es Heringshappen in Dillsauce oder Kräuterquark. Die kleinen Fleischbällchen, auch als Köttbullar bekannt, habe ich nach dem Formen alle auf einmal einfach im Ofen auf dem Backblech braten lassen. Dazu gab es dann noch Rohkost zum Knabbern, Rührei mit Speck, Räucherlachs, Frischkäse und natürlich Knäckebrot.

Am Nachmittag habe ich aus den allerleckersten selbstgepflückten Erdbeeren eine schöne Torte gezaubert. Mein Rezept für die Trümmertorte war dafür ideal. Ganz leicht und fluffig mit schön viel Erdbeeren und Sahne, mmmmhhhhh! Pfannkuchentorte hätte natürlich auch ganz gut gepasst. Oder auch Zimtschnecken, die gehen eigentlich immer. Oder dänischer Traumkuchen ...... na vielleicht beim nächsten Mal.

Bei der Dekoration eines Midsommarfestes spielen Blumen eine sehr große Rolle. Aber keine üppigen Sträuße, sondern eher zarte und wilde Blüten und Gräser hier und da. Traditionell flechten sich die Skandinavierinnen Blütenkränze fürs Haar oder legen sieben Wildblumen unters Kopfkissen, weil sie so angeblich von ihrem Zukünftigen träumen. Das brauchte ich nicht machen, denn ich lebe ja glücklicherweise schon mit meinem Traummann zusammen :-) So standen die Blumen in kleinen Flaschen verteilt auf dem Tisch. Schlichtes Geschirr dazu und einen weiße Tischdecke, fertig!

So haben wir unseren Sonntag mit Schlemmen und Genießen verbracht. Zwischendurch haben die Kinder auf der Wiese gespielt und haben am Ende des Tages Sand, Schweiß und Sonnencreme während eines schönen Bades abgewaschen. Auf noch viele schöne Sommertage!








Montag, 19. Juni 2017

Aufs Land!



Auf den Anhänger des Treckers bin ich noch draufgekommen, jawohl! Mit diesem abenteuerlichen Gespann wurden wir am Wochenende vom Gut Wulksfelde zum hofeigenen Erdbeerfeld gefahren, wo wir die süßen Früchte selber pflücken wollten.

Also hoch auf die großen Strohballen und oben über den Rand des Anhängers geklettert. Im Anhänger standen an den Rändern klappbare Bierbänke, auf denen wir Platz nahmen. Und dann ging die Fahrt los. Uh, das war ganz schön wackelig! Auf dem Feld angekommen, mussten wir wieder absteigen. Ich bin die Strohballen einfach auf dem Hosenboden heruntergerutscht.

Auf dem Erdbeerfeld war schon ganz schön was los. Überall Familien mit Kindern, die mit Schüsseln und Körben in den Reihen standen, aber vor allem erstmal naschten. Wir fanden einen guten Platz für uns und legten los. Nun, das Pflücken habe ich dann schnell den anderen Familienmitgliedern überlassen. Zu Beginn des 9. Schwangerschaftsmonats ist da doch ein bisschen was im Weg unter meinen Rippen.

So eine echte Erdbeerpflanze ist ja ganz schön schlau aufgebaut: die fächerartigen grünen Blätter schützen die empfindlichen Früchte wie ein Schirm vor Sonne und Regen. Von oben sind deshalb gar keine Erdbeeren zu entdecken. Man muss unter den Blättern ein bisschen stöbern und suchen, um die besten Früchte zu finden. Trotz naschen waren unsere Körbe aber ziemlich schnell voll. 3 Kilo sind es geworden!

Auf dem Rückweg zum Gut erwischten wir glücklicherweise einen Treckeranhänger mit Treppe und richtigen Bänken. Wie angenehm! So hätten wir noch ein bisschen länger übers Land fahren können. Alle Kinder unter den Passagieren hatten erdbeerrote Schnuten, Hände und Kleidung und sahen sehr glücklich aus. Hach, Kindheit!

Auf dem Gut fand am Samstag außerdem der sehr beliebte Bauernmarkt statt. Immer wieder ein Ereignis. Für die Kinder ist das vor allem die riesige Strohburg zum Klettern, die am Ende des Tages dem Erdboden gleichgemacht ist. Für uns Eltern sind das immer wunderschöne Dinge an wunderschönen Ständen und leckeres Essen. Wir hatten einen tollen Tag!












Mittwoch, 14. Juni 2017

Auf dem Wochenmarkt

"Ich habe Sie ja sooooo vermisst!" sagt die Marktfrau ganz warmherzig hinter der Erdbeerauslage zur sehr alten Frau vor mir. Sie reicht mit ihrer Hand über die prallen roten Erdbeeren und drückt den Arm der zerbrechlichen grauen Frau sachte. Die beiden gehen zwei Schritte beiseite und sprechen kurz miteinander. Eine schwere Zeit sei das gewesen. Aber nun wohnen sie und ihr Mann in einer Seniorenresidenz, höre ich ungewollt mit einem halben Ohr mit. Die beiden verabschieden sich voneinander und ich bin an der Reihe.

Ich reiche meinen Stoffbeutel zur freundlichen Marktfrau rüber, damit sie dort direkt aus der großen Schüssel der Waage 2 Kilogramm Äpfel hineinschütten kann. Dann bestelle ich noch zwei Schalen von den süßen Erdbeeren. Die Kinder werden sich am Nachmittag ganz bestimmt darüber freuen. Weil mich die Himbeeren so anlachen, kaufe ich davon auch noch eine Schale. Nur für mich! Ich bezahle und trage das Obst zu meinem Lastenrad.

Nach dem Verstauen der Beutel öffne ich die kleine spitze Papiertüte mit den Himbeeren und probiere von den zarten Früchten. Mmmmmhhhh! Ich summe leise, schließe kurz die Augen und genieße die Geschmacksexplosion in meinem Mund. Die Welt um mich herum ist für einen Moment ganz weit weg. Was gibt es bloß für Köstlichkeiten auf der Welt! Fast die halbe Schale habe ich schon leergenascht. Den Rest hebe ich mir für zu Hause auf.

Am Gemüsestand suche ich mir drei grüne Gurken aus und darf sie gleich in meinen Beutel tun. Ein Kilogramm quietschfrischen Spargel aus der Lüneburger Heide bestelle ich dazu. Der Marktverkäufer soll mir die Stangen gleich in den Beutel tun. Wir müssen uns beide mit den Armen über die Auslage strecken, um uns in der Mitte zu treffen und scherzen dazu. Ich bezahle und bringe das Gemüse zu meinem Lastenrad, das ich in der Nähe geparkt habe.

Unterwegs treffe ich die Tagesmütter, bei denen das Mutzelchen und der kleine Bruder waren, als sie noch ganz klein waren. Wie schön! Sie besuchen mit ihrer Kindergruppe in zwei Bollerwagen den Markt. Wir quatschen eine Weile und tauschen uns aus. Sie staunen, dass das Mutzelchen nun schon bald aufs Gymnasium kommt und der kleine Bruder in die 3. Klasse. Ja, wie die Zeit vergeht!

Ich schiebe mein Rad weiter, vorbei am Stand mit den Eiern. "10 Freilandeier bitte!" Im Bioladen kaufe ich unsere Lieblingskekse, weil ich morgen für den Hausbesuch meiner Hebamme etwas zum Knabbern da haben möchte. Weil ich Appetit auf Bananen habe, nehme ich noch welche mit.

Weiter geht's, einmal um die Ecke des langen Marktplatzes in der Fußgängerzone. Dort ist immer "mein" Kartoffelstand. Trotz der Fülle der Marktstände haben sich über die Jahre bestimmte Stände mit ihrem Personal als meine Lieblingsstände herauskristallisiert. Man kennt sich, wechselt ein paar nette Sätze miteinander und manchmal werde ich sogar mit meinem Namen begrüßt. Heute fehlt der Kartoffelstand. Nanu?! Ich schaue drei Mal den Weg rauf und runter und frage am Nachbarstand nach. Urlaub, aha.

So muss ich mein Fahrrad wenden und nochmal zurück, um an anderen Ständen nach Kartoffeln zu schauen. Dafür komme ich aber an einem Stand mit Blumen vorbei. Die bunten Sträuße, die aussehen, als kämen sie frisch gepflückt von der Wiese, gefallen mir am besten. Ich nehme gleich zwei Bund und bekomme sie sogar für einen guten Preis. Der Verkäufer und ich reden darüber, was wohl auf der Nordseite am besten wächst und dass solche Wiesenblumen doch eigentlich am schönsten sind. Ich finde dann hinterher an einem anderen Stand auch neue Kartoffeln und lasse sie gleich wieder in meinen Stoffbeutel füllen.

"Danke für Ihr Verständnis!" sagt die Marktfrau vom Erdbeerstand zu mir, weil sie ein bisschen länger mit der alten Frau gesprochen hatte und ich ein bisschen warten musste. "Aber nicht doch!" sage ich. "So ist es auf dem Markt."







Montag, 12. Juni 2017

12 von 12 im Juni

Dass heute 12 von 12 ist, kommt mir sehr entgegen. Ich habe nämlich am Wochenende kein einziges Foto gemacht und kann deshalb auch nichts vorzeigen. Schön war es trotzdem. Wir waren in Berlin und haben meine Familie besucht. Übernachtet haben wir wieder in der kleinen Jugendherberge "Ernst Reuter" am Tegeler Fließ. Ich merke gerade, je älter die Kinder werden, desto besser gefällt mir ein Aufenthalt in der Jugendherberge. Die Kinder lieben es sehr! Und wir Eltern mögen vor allem das fix und fertige Frühstücksbuffet und eine Unterkunft ohne Schnickschnack. Am Sonntagmittag waren wir schon wieder zurück in Hamburg. Wir besuchten noch das kleine feine Fest im Naturschutzgebiet Höltigbaum, wo wir bei der Schafschur zusahen und in Bienenkästen reinschauen durften.

Ach doch, ein Foto habe ich gemacht, aus dem Autofenster raus irgendwo zwischen Berlin und Hamburg:



In der Nacht, in der mir trotz offener Fenster überall ziemlich warm ist, bin ich um 1 Uhr auf und um 4:49 Uhr. Da ist es draußen schon wieder hell. Ich hole schonmal die Butterdose aus dem Kühlschrank, damit die Butter zum Frühstück weich ist und kann danach aber doch wieder schnell einschlafen.



Um 6:30 Uhr weckt mich der Liebste. Er ist schon fertig angezogen und geht den Frühstückstisch decken. Ich bleibe noch ganz kurz liegen und warte auf die ersten Stupser Rempler vom Augustbaby. Da ist es ja! Dann nehme ich mein Handy und rufe "Moin!" in die Twitter-Timeline. Dann öffne ich kurz Instagram und das erste Bild, das ich entdecke, ist so herrlich, dass ich aufspringe um es dem Liebsten zu zeigen. "Deswegen springst Du so schnell auf?" fragt er mich. OH JA, schaut doch mal! Denn eine Fahrt mit der historischen Hansekogge in Wismar steht schon lange auf meiner Wunschliste. Frau Feuervogel, die ich auch schon mal getroffen habe, weilt(e) gerade in Wismar und zeigt Bilder der wunderschönen Stadt. Wir waren ja neulich gerade dort, aber ich könnte schon wieder...

Ich schaue nach den Kindern, die noch ganz schnuffelig in ihren Kissen liegen. Nie sind sie süßer! Dann gehe ich duschen und mich anziehen. Als ich das Bad verlasse, sitzt der kleine Bruder schon mit dem Liebsten am Tisch. Ich hole den Adventsjungen aus seinem Bett ab und er tapst mit mir zum Tisch. Da bekommt er sein Müsli und ich gieße mir Milchkaffee ein. Es gibt Brötchen vom Wochenende oder Brot. Das Mutzelchen kommt hinzu und da sitzen wir ganz kurz im Licht der Morgensonne alle beisammen.



Um kurz nach 7 verlässt der Liebste die Wohnung und fährt ins Büro. Wir anderen frühstücken fertig, die Kinder helfen den Tisch abzuräumen und gehen Zähne putzen. Zwischendurch läuft im Radio "I just can't get enough" von Depeche Mode. Meine Jugend! Disko im Ferienlager! Ich drehe lauter und tanze mit dem kleinen Bruder und dem Adventsjungen um den Tisch. Das Mutzelchen rollt mit den Augen und ruft "Papa würde jetzt sagen "Was ist denn HIER los?!""

Um 7:25 Uhr merke ich, ich bin ein bisschen im Verzug. Mit allen Kindern pünktlich die Wohnung zu verlassen, schaffe ich nicht mehr. Also nehme ich für mich Tempo raus, denn wichtig ist eigentlich nur, dass das Mutzelchen und der kleine Bruder rechtzeitig in der Schule sind. Sie können schon längst alleine hinlaufen, weswegen ich da gar nicht mehr mitmuss. Der Adventsjunge soll bis 9 Uhr im Kindergarten sein, deshalb brauche ich mich nun gar nicht mehr beeilen.

Ich befülle die Brotdosen für meine Schulkinder. mit Broten und Obst. Gleichzeitig läuft im Radio ein Bericht zum heutigen "Internationalen Tag gegen Kinderarbeit". Wiedereinmal bin ich demütig und dankbar, denke über die Verhältnisse in unserer Welt nach und schicke die Schulkinder auf den Weg.



Nun hat der Adventsjunge noch Zeit zum Spielen. Ich gehe Zähne putzen und schminke mich. Dann räume ich den Geschirrspüler ein und aus und schalte eine Ladung Wäsche an. Dann sammle ich Einkaufsbeutel zusammen und lege den Fahrradakku bereit. Damit der Adventsjunge ein Ende in seinem Spiel findet, kündige ich ihm den baldigen Aufbruch an. Das ist heute aber auch einfach, denn er hat neue Haussschuhe für den Kindergarten bekommen, die er unbedingt tragen will. Mit einer Feuerwehr drauf! Ich kaufe seit vielen Jahren die Hausschuhe von Superfit*, denn die halten so gut, dass sie eher zu klein sind, bevor sie überhaupt kaputt gehen.

Wir holen das Lastenrad und fahren los. Seit nunmehr vier Jahren fahren wir fast täglich damit und werden unterwegs immernoch bestaunt und oft darauf angesprochen. Heute habe ich beschlossen, nach dem Wegbringen des Adventsjungen zur Metro zu fahren, um dort einzukaufen. Ich weiß, dass es dort unsere Lieblingsmilch vom Hamfelder Hof gibt und will mal schauen, wie es dort um Babyprodukte bestellt ist.

In der Metro ist es noch schön leer. Der Einkauf geht superschnell. Ich finde alles, was ich brauche und radle zurück. Echt superpraktisch so ein Lastenrad! Zu Hause lade ich alles aus und verstaue die Einkäufe in den Schränken. Dann bringe ich die fertig gewaschene Wäsche in den Trockner und mache mir ein zweites Frühstück. Ich genieße die Ruhe und Ordnung und die Zeit für mich.



Dann rufe ich meinen Papa an, der heute Geburtstag hat. Danach drehe ich gemütlich im Sessel meine Internetrunde. Ich freue mich über ein Interview mit Jochen König weil ich finde, wir sollten alle mehr über unseren Tellerrand blicken. Er wird oft angefeindet, weil er ein etwas anderes Familienmodell lebt. Ich frage mich immer, was der Grund für diese Anfeindungen ist. Die Hauptsache ist doch, dass da, wo Menschen zusammenleben, viel Liebe und gute Kommunikation vorherrschen.

Bei dem Text von Anna von Berlinmittemom heule ich fast. "Warum ist hier immer alles erlaubt?". Ich gebe zu, ich wäre manchmal gerne noch etwas entspannter, aber ich mag es gerne auch ruhig und ordentlich. Dafür habe ich allerdings definitiv zu viele Kinder :-)

Ich beantworte ein paar Mails und Kooperationsanfragen und schreibe schonmal meinen Vormittag für 12 von 12 auf schwupps... ist es auch schon wieder 13 Uhr. Wie ist denn das passiert?

Weil das Augustbaby immernoch in Beckenendlage in meinem Bauch sitzt, also mit dem Popo nach unten, habe ich in der Bahnhofsapotheke "Purzelbaumöl" von Ingeborg Stadelmann, bekannt aus dem Buch "Die Hebammensprechstunde"*, bestellt. Zur Geburt sollte das Baby besser mit dem Kopf voran gehen. Ich lege mich also auch heute wieder eine Viertelstunde in die "indische Brücke" und massiere meinen Bauch mit dem Öl ein. Vielleicht hilft es ja...


Ich hole den Adventsjungen vom Kindergarten und fange den kleinen Bruder am Schultor ab. Zu Hause gibt es zur Vesper Obst und Schokoknusperflocken. Der kleine Bruder hat in seiner Postmappe wiedermal einen sogenannten "Läusezettel" dabei. In der Klasse sind Läuse aufgetreten und wir sollen schriftlich bestätigen, dass wir den Kopf des Kindes kontrolliert haben. Praktisch, dass der Liebste zum Basteln eine große Lupenleuchte* hat, damit kann ich super gucken. Alles in Ordnung.


Derweil im Gärtchen: das Versprechen auf ein paar süße Walderdbeeren und herb-aromatische Jostabeeren.


Dann klingelt es an der Tür. Der nette Lieferant aus Wulksfelde bringt uns eine kleine Kühlbox. Ich habe aus dem Newsletter vom Gut Wulksfelde von der "Tour de Kaas" erfahren. Vier Wochen lang gibt es einmal in der Woche ein Paket mit fünf verschiedenen Käsesorten aus der Region. Eine interessante Sache! Das Brot der Woche habe ich gleich dazubestellt. Weil ich so neugierig bin, wickle ich die Käsesorten gleich mal aus und probiere von jedem ein klitzekleines Stückchen. Lecker!


Die Jungs spielen dann weiter mit der Eisenbahn in ihrem Zimmer. Ich kruschle ein bisschen vor mich hin. Der Liebste holt nach der Arbeit das Mutzelchen vom Ballett ab. Die beiden gehen noch zusammen ein Eis essen, bevor sie nach Hause kommen. Dann ist auch schon Abendbrotzeit. Alle probieren von den Käsesorten und essen frisches Brot. Auf dem Informationszettel führen wir eine Strichliste, welcher Käse am besten ankommt, damit wir später wissen, welche Sorten wir mal wieder kaufen können.

Nach dem Abendbrot räumen das Mutzelchen und der kleine Bruder den Tisch ab und den Geschirrspüler ein. Ich gehe mit dem Adventsjungen Zähne putzen. Später treffen wir uns alle auf dem Sofa und schauen zusammen KIKA und das Sandmännchen. Danach ist Schlafenszeit für die Kinder. Die Jungs hören noch ein Hörspiel oder schauen Bücher an. Spätestens um 20 Uhr werden sie schlafen. Das Mutzelchen darf noch ein bisschen länger machen. Gerade hat sie den zweiten Band von Harry Potter ausgelesen und ist nun ohne Lesestoffnachschub. Ich habe ihr schon den dritten Band bestellt.

Der Liebste und ich werden uns gleich aufs Sofa begeben und die neue Staffel von "Orange is the new Black" auf Netflix beginnen.


Noch mehr Einblicke in Tagesabläufe anderer Bloggerinnen oder Blogger sind, wie immer, hier bei Caro versammelt.



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Freitag, 9. Juni 2017

Hier so:

Ich habe ein schlechtes Gewissen wegen meines armen vernachlässigten Blogs. Dabei ist bei mir gerade gar nicht so viel los. Ich hätte also eigentlich genug Zeit zum Bloggen. Ich genieße aber einfach die schnöde Routine und relative Ruhe unseres Alltags.

Mein Arbeitgeber hat mir u.a. wegen meiner Vorgeschichte schon Anfang des Jahres ein Beschäftigungsverbot für den Rest der Schwangerschaft ausgesprochen. Seitdem bin ich die ganze Zeit zu Hause. Ich bin dafür sehr dankbar, so konnte ich mich ausreichend schonen. Nach anfänglichen Sorgen kann ich nun wirklich sagen, dass es mir sehr gut geht. Mittlerweile läuft alles deutlich langsamer, aber ich habe es ja glücklicherweise nicht eilig. Mein Bauch ist nun nicht mehr zu übersehen. Interessanterweise wurde ich von Mitmenschen, die ich täglich treffe, noch nicht auf meine Schwangerschaft angesprochen. Wahrscheinlich wegen der Fettnäpfchengefahr.

Nachdem ich die Kinder in Schule und Kindergarten gebracht habe, bleibt genug Zeit für Haushalt, Besorgungen und Nestbau. Mir reicht ein Termin am Tag völlig aus. Das schaffe ich gut und habe noch Zeit zur Erholung oder ein Nickerchen bis ich am frühen Nachmittag wieder die Kinder abhole. Und da sind doch noch so einige Termine nebenbei abzuarbeiten: Arzttermine mit den Kindern, Vorsorgetermine für mich, Hebammenbesuche, Post annehmen oder wegbringen, Spielbesuche der Kinder, Ballettstunden des Mutzelchens, das Gärtchen betüdeln, Fußpflege, die Wohnung putzen, Wäsche waschen, diverse Einkäufe des täglichen Bedarfs und Besorgungen für unser Baby. Der Feinschliff für den Nestbau steht an. Bis zum offiziellen Mutterschutz in drei Wochen will ich alles fertig haben.

Worüber ich mich gerade freue: liebe Menschen aus nah und fern, die an mich denken. Geschwisterliebe unter den Kindern. Mildes Wetter ohne Hitze. Die Fürsorge des Liebsten. Saubere Fenster. Spargel und Erdbeeren satt. Tolle Schnäppchen fürs Baby. Die Fledermaus. Helle Nächte. Und dass die Büsche vor unseren Fenstern wegen Bauarbeiten das erste Mal seit wir hier wohnen nicht geschnitten wurden. Sie blühen nun. So habe ich entdeckt, dass es sich um intensiv duftenden Bauernjasmin handelt. Herrlich!


Dienstag, 6. Juni 2017

Unser Pfingstwochenende

Hinter uns liegt ein sehr harmonisches langes Wochenende. Ich finde, das sollte ich erwähnen. Denn in einer großen Familie sind gerade die Wochenenden manchmal voller Knatsch. Die Kinder langweilen sich manchmal und finden nicht ins Spiel. Weil alle zu Hause sind, sieht die Bude chaotisch aus und die Küche muss drei mal am Tag aufgeräumt werden.

Am vergangenen Wochenende war aber alles schön. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass wir fast nicht zu Hause waren. Am Samstag fuhr der Liebste nach dem Ausschlafen und Frühstücken mit dem Adventsjungen einkaufen. Das Mutzelchen war da noch bei ihrer Freundin, wo sie übernachtet hatte. Der kleine Bruder und ich bereiteten zusammen noch einen kalten Hund zu, den wir am Nachmittag zu unserer Einladung mitnehmen wollten. Von unterwegs schrieb mir der Liebste Neuigkeiten aus dem Supermarkt. Kein Rhabarber für den Kuchen! Dann sollten es also Kirschen werden. Außerdem fand er im Dänischen Bettenlager nicht das richtige Rollo für das Mutzelzimmer, schickte mir dafür aber ein Bild von einem schönen Esstisch. Wir suchen schon eine Weile einen neuen Tisch, was aber gar nicht so einfach ist.

Mittags waren wir wieder vollzählig. Es gab, wie immer samstags, Nudeln mit Tomatensauce. Nach einer Mittagspause und einem Nickerchen für mich, fuhren wir zu unseren Freunden. Nach ordentlichem Regen über Nacht, hatte es glücklicherweise aufgeklart und wir konnten auf der Terrasse sitzen und auch einen langen Spaziergang machen. Die Kinder spielten in dem herrlichen Garten und konnten mit den anderen Kindern prima über die Fidget Spinner* fachsimpeln, die dort auch schon angekommen sind. Es wurde gegrillt, gequatscht und gelacht. Kein einziges Foto habe ich gemacht. Weil es hier im Norden nun immer länger hell bleibt, merkten wir gar nicht, wie die Zeit verging. Um 21:30 Uhr waren wir erst wieder zu Hause.

Am Sonntag konnten wir wieder ausschlafen. Nach dem Frühstück war schon Zeit für die Sendung mit der Maus. Weil wir mittags noch gar keinen Hunger hatten, verschoben wir das Essen auf den Abend. Nach rumkruscheln und Nickerchen (ich) lachte uns von draußen die Sonne zu. Wir schnappten unsere Fahrräder und fuhren ins Naturschutzgebiet Höltigbaum. Im dortigen Haus der Wilden Weiden wurde die Ausstellung ein bisschen erneuert, das wollten wir uns anschauen. Die Kinder waren begeistert von der kindgerechten Präsentation. Dann gab es für uns alle ein Eis und dann besuchten wir die Lämmer der Bentheimer Landschafe und auch noch die sogenannte Freizeitfläche im Naturschutzgebiet, wo man picknicken darf und die Kinder auf Bäume klettern dürfen.

Zu Hause zeigte der Adventsjunge dem kleinen Bruder, wie man Spargel schält. Der Liebste putzte Erdbeeren und ich schälte Kartoffeln. So ging das Zubereiten des Abendessens echt schnell. Das Mutzelchen deckte den Tisch und dann war der Tag auch schon wieder rum. Der Liebste und ich beendeten unsere aktuelle Serie, "The Last Kingdom", auf Netflix.

Der Montag war noch ein geschenkter freier Tag. Toll! Seit Jahren habe ich den Spruch im Ohr: Pfingstmontag ist Mühlentag! Darauf freuen wir uns immer ein ganzes Jahr lang. Nach erneutem Ausschlafen und gemütlichen Frühstück fuhren wir zur Braaker Mühle in unserer Nähe. Diese Windmühle ist noch voll im Betrieb und wir kaufen seit Jahren fast nur Backwaren dieser Bäckerei. Das Mutzelchen machte wieder beim Malwettbewerb mit, gewann aber leider wieder nicht. Dann schauten wir uns in der Backstube und der Konditorei um und bekamen Lust auf Schlemmereien. Die nahmen wir uns dann für zu Hause mit. Die Kinder nutzten dann noch die Hüpfburg und die Bobbycar- und Kettcarstrecke aus. Am Nachmittag spielten der kleine Bruder und der Adventsjunge draußen. Das Mutzelchen und ich nähten Lavendelsäckchen im Akkord. Ich habe nämlich Motten in der Wohnung gesichtet und weiß nicht, wo sie herkommen. Sicherheitshalber haben wir nun alle, aber wirklich alle Schrankfächer mit Lavendelduft befüllt. Ich hoffe, es hilft.

Am Abend war Badezeit für die Kinder und frühe Bettzeit. Was sich nach dem schönen Wochenende und der momentanen abendlichen Helligkeit etwas hinzog. Heute Morgen kamen die Kinder also etwas schwer aus dem Bett. Und noch 6 Wochen bis zu den Sommerferien...

*) alle Fotos vom kleinen Bruder

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