Dienstag, 12. Dezember 2017

Noch mehr Weihnachtsbücher

Neue Weihnachtsbücher sind in unseren Bücherkoffer eingezogen. Und bevor es so richtig festlich wird, zeige ich sie heute mal. Obwohl wir schon echt viele Weihnachtsbücher haben, ist in unserem roten Koffer immernoch ein bisschen Platz. Den Koffer holen wir nur in der Adventszeit hervor, so bleiben die Bücher etwas Besonderes und jedes Jahr freuen sich die Kinder ganz besonders drauf.

Und auch hier sage ich es gerne noch einmal: ich halte das ganze Jahr über Ausschau nach neuen Büchern. Im Buchladen vor Ort gibt es ab und zu Büchertische mit reduzierten Büchern. Und auch über Amazon kaufe ich oft günstige Bücher. Dazu schaue ich ins Kleingedruckte unter "gebraucht".


* alle Buchlinks sind Amazon-Partner-Links


"Die Botschaft der Vögel" ist ein kleines feines Büchlein mit schönen Zeichnungen von verschiedenen Vogelarten und einem einfachen Text, der verkünden will "Es werde Friede auf Erden".

Im Minibuch "Wie weihnachtelt man?" entdecken die Tiere im Wald, was der eigentliche Sinn des Schenkens ist.

"Ralf-Rüdiger. Ein Rentier sucht Weihnachten" hat witzige Bilder und eine schöne Geschichte. Denn Weihnachten findet man nicht in vollen Geschäften in der Gitzerstadt sondern vielleicht eher an vertrauten Orten bei Freundinnen und Freunden.


"13 Weihnachtstrolle machen Ärger" hat 24 Kapitel, also für jeden Tag im Advent eins. Die Geschichte ist spannend und lustig, perfekt für größere Kinder. Zwei Geschwister landen im Weihnachtsdorf und lernen dort viele Wichtel, ganz verschiedene Weihnachtsfiguren und eben die Trolle kennen. Wir lesen manchmal mehr als ein Kapitel am Tag, weil wir wissen wollen, wie es weitergeht.

In "Die Nacht des Kometen" vermischen sich Gestern und Heute und die alte vertraute Weihnachtsgeschichte ist plötzlich ganz nah. Schöne Illustrationen machen die spannend erzählte Geschichte rund. Dieses Buch ist auch eher für größere Kinder geeignet.


"Der Weihnachtsbaum" ist ein kleiner und krummer Tannenbaum. Als einer der letzten Bäume wird er von einem obdachlosen Jungen mitgenommen und verschönert das Weihnachtsfest an einem ungewöhnlichen Ort. Es wird ein Fest wie noch nie und der kleine Tannenbaum hat ein zweites und sogar ein drittes Leben. Die Illustrationen sind wunderschön!


Zum Abschluss noch ein Liederbuch, das uns schon sehr gute Dienste erwiesen hat. "Am Weihnachtsbaume" heißt es und macht mir gleich einen Ohrwurm. Für jeden Dezembertag bis Heiligabend eins, sind hier alle Klassiker der Weihnachtslieder versammelt. Die Illustrationen sind witzig und wer es braucht, findet hier auch alle Noten. Auf der beigelegten CD befinden sich alle Lieder, teils in neuen Interpretationen, zum Anhören und Mitsingen. Ich finde, so ein Liederschatz gehört in alle Haushalte mit Kindern.


Montag, 11. Dezember 2017

Zweites Adventswochenende

Am Samstag steht der Liebste als Erster auf und fährt gleich um 7 Uhr alleine zum Markt. Dort erledigt er die Einkäufe und kehrt mit frischen Brötchen nach Hause zurück. Mir hat er ein Bund Mistelzweige mitgebracht. Ich habe in den letzten zwei Wochen in den Blumenläden erfolglos danach gesucht.

Wir frühstücken gemütlich und warten auf das Mutzelchen, das bei ihrer Freundin übernachtet hat. Wir hatte eigentlich vor, das erste Mal zum Weihnachtsmarkt auf dem Gut Basthorst zu fahren. Aber leider wird bei unserem Auto ein kleiner technischer Fehler angezeigt, weshalb wir beschließen, lieber nicht eine halbe Stunde übers Land zu fahren. Für nächste Woche haben wir einen Termin in der Autowerkstatt.

So beschließen wir, lieber einen Weihnachtsmarkt gleich in der Nähe zu besuchen. Wie gut, dass auf dem Gut Karlshöhe der ökologische Adventsmarkt stattfindet. Diesen kleinen feinen Weihnachtsmarkt haben wir vor ein paar Jahren schonmal besucht. So machen wir uns auf den Weg und bekommen vor Ort just den allerletzten Parkplatz auf dem Gelände.

Das Wetter ist aprilig, mal scheint die Sonne, mal kommen dunkle Wolken auf und ein Regenschauer prasselt hernieder. Im Imkerhaus wollen unsere Kinder Kerzen aus Bienenwachs wickeln. Der Imker erzählt wieder interessante Geschichten. Mittlerweile haben so viele Leute Bienenvölker, dass die Bienen in der Stadt gar nicht genug zu fressen finden.

In der großen Scheune kleben die Kinder mit Zuckerguss Kekshäuschen und eine Eisenbahn aus Dominosteinen zusammen. Der kleine Bruder spendet etwas Taschengeld für die Schafe, wie lieb! Wir begucken uns noch die Stände der vielen Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker und schauen bei den Schmiedejungs vorbei, bis wir wieder die Heimfahrt antreten.










Am Sonntag frühstücken wir gemütlich im Licht der zweiten Adventskerze. Die Augustschnuppe ist nun genau 4 Monate bei uns. Im Moment ist sie etwas unruhiger, wahrscheinlich kann sie bald etwas Neues.

Nach der "Sendung mit der Maus" beschließen wir, unseren Weihnachtsbaum aussuchen zu gehen. Seit ein paar Jahren fahren wir in einen kleinen privaten Gartenmarkt, der regionale Tannenbäume anbietet. Das wird eine schnelle Sache: der erste Baum gefällt uns am besten. Die Kinder stehen drumherum und singen zur Freude der anderen Kundinnen und Kunden "Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum...". Wir drehen noch eine Runde durch den Gartenmarkt und schauen uns die Reste der Adventsausstellung an.

Für das Mittagessen habe ich Rouladen mit Rotkohl vorbereitet. Die sind so zart und lecker, der Liebste liebt mich gleich noch ein bisschen mehr :-) Dann beginnt es, zu schneien. Die Kinder hält nichts mehr am Mittagstisch. Sie singen "Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus..." und feiern jede einzelne Flocke. Der Schneefall lässt dann etwas nach und setzt erst am Abend wieder richtig ein.

In der Mittagspause schauen wir mit den Kindern "Lauras Weihnachtsstern"* ein schön harmloser Film auch für kleinere Kinder. Den Adventskaffeetisch habe ich schön gedeckt, mit vielen Kerzen. Es gibt Kekse und Lebkuchen. Ich mache sogar Fotos, stelle aber später fest, dass meine Speicherkarte gar nicht in der Kamera war. Auf dem Sofa lese ich Weihnachtsbücher vor. Der Adventsjunge will wieder und wieder "Lieselotte feiert Weihnachten"* vorgelesen bekommen. Die Texte mit den kurzen Reimen kann er schon fast mitsprechen.

Am Abend erinnere ich mich an den "Worldwide Candle Lightning Day". Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember werden weltweit jeweils um 19 Uhr Ortszeit Kerzen entzündet, um an die Kinder zu erinnern, die nicht mehr bei ihren Familien sein können, weil sie gestorben sind. Die Illustratorin Melanie Garanin hat, als sie ihren kleinen Sohn gehen lassen musste, begonnen Kerzentiere zu zeichnen. Über 250 sind es schon. Auf Instagram veranstaltet sie ein Kerzentiertreffen. So bittersüß. In meinem Regal bewacht eine kleine Fledermaus die Erinnerungsschachtel an unser Sternenkind.

Die großen Kinder haben am Abend Badetag. Als alle im Bett sind, schauen der Liebste und ich eine schöne Reportage über Weihnachten im hohen Norden.


Noch mehr Einblicke in Familienwochenenden gibt es bei Susanne zu sehen.  







* Amazon-Partner-Link

Sonntag, 10. Dezember 2017

4 Monate Augustschnuppe

mit 4 Monaten

... hat sie ihre Händchen entdeckt
... führt sie beide Hände vor den Körper zusammen
... kann sie mit ihrem Zangengriff schon Dinge festhalten
... hat sie meistens eine Hand im Mund und nagt daran
... hält sie ihr Köpfchen schon sehr sicher
... dreht sie auf unserem Arm den Kopf hin und her
... kann sie in alle Richtungen schauen
... ist sie 65 cm groß und 7600g schwer
... lächelt sie alle Leute freundlich an
... lacht sie manchmal auch mit Ton
... kann sie prima Spuckeblasen machen
... strampelt sie ausdauernd
... dreht sie sich wie ein Uhrzeiger auf ihrer Decke
... fehlt nicht mehr viel, um sich auf den Bauch zu drehen
... will sie auf unserem Schoß immer gerade sitzen
... trägt sie die Kleidergröße 68
... sollte mal wieder ihr Pony geschnitten werden
... verzaubert sie uns jeden Tag aufs Neue


2. Advent

Einen schönen 2. Adventssonntag!


Freitag, 8. Dezember 2017

Dieser Moment...

8 Uhr. Die beiden Schulkinder sind schon aus dem Haus. Die Augustschnuppe ist in meinem Arm eingeschlafen und ich habe sie auf dem Sofa gut gepolstert abgelegt. Der Adventsjunge hat sich alleine angezogen und spielt mit seinem großen Feuerwehrauto.

Ich räume den Frühstückstisch ab. Im Radio wird erzählt, das Sinead O'Connor heute Geburtstag hat. 51 Jahre wird sie alt. Danach läuft ihr Erfolgshit "Nothing Compares 2U". Ich liebe dieses Lied! Seit 1990 kann ich es mitsingen. Es ist so herzzerreißend und so schön.

Ich drehe lauter und singe mit. Dabei räume ich den Geschirrspüler mit dem benutzten Frühstücksgeschirr ein. Der Adventsjunge liegt neben mir auf dem Küchenfußboden und rollt sein Auto hin und her. Ich denke darüber nach, wie gerne meine Kinder in meiner Nähe sind, vor allem wenn ich Alltagstätigkeiten verrichte.

Da ist er wieder.

Einer dieser Glitzermomente.

Hier und jetzt in diesen paar Minuten geht es mir so unglaublich gut. In mir drin bin ich ganz ruhig. Ich bin ganz bei mir. Um mich rum ist Frieden. Ich habe ein Lied auf den Lippen und verspüre eine tiefe Zufriedenheit. In meinem Bauch ist es etwa in der Höhe des Zwerchfells ganz warm und irgendwie sonnig. Ich kann es gar nicht anders beschreiben.

Ich freue mich, dass ich diesen Moment erkannt habe und ihn genießen konnte. Zu kurz sind solche Momente. Und so kostbar. Egal, was gerade um mich rum und in mir drinnen tobt, ich kann mich auf solche Momente konzentrieren und sie abspeichern. Ich empfinde diese Fähigkeit als großes Geschenk. Es hat für mich etwas von Seelenhygiene. Diese Momente geben mir Kraft für meinen Alltag und fürs Leben.

Es ist längst nicht alles gut in meinem Leben. Zu tief sitzen innere und äußere Verletzungen. Zu oft denke ich in "müsste", "sollte" und "hätte". Aber solche Glitzermomente schaffen es, mich zu heilen und zu tragen. Ich bin dafür sehr dankbar.



Mittwoch, 6. Dezember 2017

Am Nikolaustag

Die Augustschnuppe schenkte mir zum Niklolaustag eine durchgeschlafene Nacht von 23 bis 6 Uhr. Hurra! Nur leider wollte der Adventsjunge in der Nacht drei Mal seinen Stiefel leeren. Um 2 Uhr hatte er den Stiefel des kleinen Bruders ausgeleert. Um 2:30 Uhr seinen. Und um 3 Uhr wollte er sein Türchen im Adventskalender öffnen.

Am Morgen war es endlich, endlich soweit.

Wir sind vor ein paar Jahren dazu übergegangen, selbst genähte Stoffstiefel zu befülle... ähm... für den Nikolaus rauszuhängen. Ich weiß auch nicht mehr, wie das kam. Aber wir sind alle glücklich mit der neuen Tradition und lassen es so.

Ziemlich neu ist auch, dass die Kinder Kekse für den Nikolaus hinstellen. So hat der Nikolaus heute Nacht die gestern gebackenen und verzierten Kekse aufgefuttert. Die Augustschnuppe wird den Liebsten wohl nicht verraten ;-)

Die Kinder haben alle neue kuschlige Schlafanzüge bekommen, Gummibärchen, einen kleinen Schokoladenweihnachtsmann und Badetabletten für buntes Badewasser. Außerdem gab es für jedes Kind ein neues Weihnachtsbuch.

Der Adventsjunge hat dann gleich seinen Schokoladenweihnachtsmann gefrühstückt. Dafür auch nichts anderes mehr. Dann fiel ihm sein Türchen vom Adventskalender wieder ein. "Zwei Mal Schokolade zum Frühstück!" freute er sich. "Das gibt es sonst nie!"




Dienstag, 5. Dezember 2017

5. Dezember 2017

Um 3:30 Uhr wache ich auf, weil die Augustschnuppe neben mir in ihrem Beistellbettchen Geräusche macht. Ich stehe auf und bereite in der Küche eine Flasche zu. Ihre letzte Flasche hatte sie gegen 23 Uhr, da hat sie aber nur sehr wenig getrunken. Im Schlafzimmer nehme ich die Kleine aus ihrem Bettchen und setze mich mit ihr bei Schummerlicht in den Sessel. Sie nuckelt im Halbschlaf am Sauger, ohne richtig zu trinken. Das macht sie seit einer Weile so, normalerweise fängt sie ungefähr nach 10 Minuten an, richtig zu saugen und leert die Flasche dann ziemlich zügig.

Diesmal nicht. Ich sitze eine halbe Stunde da, aber die Augustschnuppe scheint wieder zu schlafen. Ich lege sie zurück in ihr Bettchen und gehe kurz ins Bad. Von drinnen höre ich den Adventsjungen aus seinem Zimmer kommen. Als ich wieder in mein Bett gehen will, wurschtelt da gerade der Adventsjunge drin rum und die Augustschnuppe ist ein bisschen aufgewacht. Ich nehme sie wieder in den Arm und gebe ihr die Flasche. Der Liebste bringt den Adventsjungen wieder in sein Bett zurück. Weil er so zappelt, bekommen wir alle keinen Schlaf, wenn er zwischen uns liegt.

Die Kleinste trinkt immerhin eine halbe Flasche, bis sie doch wieder schläft. Ich lege sie in ihr Bettchen und lege mich daneben. Mittlerweile ist es 4:20 Uhr.

Um 6:20 Uhr weckt mich der Liebste. Er geht in die Küche und bereitet das Frühstück und die Schulbrotdosen vor. Ich komme sehr schwer aus dem Bett, aber was sein muss, muss sein. Meine erste Handlung seit über 10 Jahren jeden Morgen im Bad: meine Schilddrüsentablette nehmen. Dann duschen, anziehen, eine Waschmaschinenladung einschalten, zum Frühstückstisch wanken und Kaffee eingießen.



Der Liebste und der Adventsjunge sitzen schon am Tisch. Das Mutzelchen und der kleine Bruder kommen hinzu. Es gibt frisches Brot aus unserer gestrigen Gemüsekistenlieferung und Müsli. Alle Kinder haben vor dem Frühstück schon ihr Türchen im Schokoladenadventskalender geöffnet. Abwechselnd öffnen sie dann das Türchen vom Tiptoi-Adventskalender*. Heute ist der kleine Bruder dran. Das ist eine ganz süße Sache. Jeden Tag wird ein Stück einer fortlaufenden Geschichte erzählt und es gibt kleine Spiele, Lieder und Bastelaktionen dazu. (Pssssst, unseren Kalender haben wir schon im letzten Jahr kurz nach Weihnachten zum halben Preis geschnappt.)

Der Adventsjunge besucht heute mit seiner Kindergartengruppe ein Theaterstück und muss schon um 7:30 Uhr im Kindergarten sein. Der Liebste geht nach dem Frühstück mit ihm Zähne putzen und anziehen. Dann verlassen die beiden als Erste das Haus.

Das Mutzelchen und der kleine Bruder spielen noch ein bisschen, bevor auch sie das Haus verlassen. Das können sie schon alleine, das ist das Tolle an großen Kindern. Und die Augustschnuppe? Die schläft noch!

So decke ich den Tisch ab, räume die Küche auf, stelle den Geschirrspüler an und bringe den Müll raus. Dann gehe ich mich schminken und lüfte das Wohnzimmer. Wir haben leider eine kleine Stelle Schimmel an der Wand entdeckt. Unser Hausmeister hat die Stelle behandelt und der Liebste hat eine Art "Wetterstation" fürs Zimmer bestellt. Netatmo* heißt das Gerät. Das misst mit Sensoren u.a. Feuchtigkeit und CO2-Gehalt in der Raumluft. Das Gerät kann mit dem Smartphone bedient werden und schickt die Informationen dorthin. Durch antippen des Geräts leuchtet außerdem eine Farbe im Ampelschema auf. So kann ich sehr schnell und einfach erkennen, wann es wieder Zeit zum Lüften ist. Rot: Lüften!

Weil ich dem Adventsjungen versprochen habe, dass wir am Nachmittag zusammen Plätzchen backen, knete ich schonmal den Teig und lagere ihn im Kühlschrank. Dann beginne ich diesen Eintrag hier, sonst vergesse ich die Hälfte. Dann gehe ich die Augustschnuppe wecken. Es ist tatsächlich schon 9 Uhr.

Ich gebe ihr die Flasche und dann müssen wir auch schon los, zur Grundschule. Dort helfe ich schon seit Schuljahresbeginn in der Schulbibliothek aus. In der großen Pause können die Schülerinnen und Schüler in die Bücherei kommen und dort lesen, Bücher ausleihen oder zurückgeben. Ich habe Hilfe von zwei Viertklässlerinnen, die hinterm Schreibtisch die Ausleihe übernehmen. Das macht ihnen solchen Spaß, dass ich eigentlich gar nichts weiter zu tun habe, als das Ganze ein bisschen zu überblicken. Kinder, die unbedingt toben wollen, bitte ich, auf den Schulhof zu gehen. Ein kleines Grüppchen steht auch immer um den Kinderwagen der Augustschnuppe rum und bewundert das Baby. Der kleine Bruder kommt vorbei und erzählt den anderen Kindern vom Leben mit einem Baby.

Schnell ist die Pause in der Schule rum und ich gehe wieder nach Hause. In unserem Haus wird seit heute das Treppenhaus erneuert. Mit einem Presslufthammer werden Wandfliesen entfernt. Ich kann den Kinderwagen nicht mehr draußen stehenlassen. Gut, dass er so schön klein zusammenfaltbar ist, da kann ich ihn auch mal mit in die Wohnung nehmen.

Drinnen lege ich die Augustschnuppe im Wohnzimmer auf ihre Decke, wo sie immer ausdauernder unter dem Spielebogen liegt. So langsam kann sie ihre Arme und Hände koordinieren und fasst die Spielzeuge, die vor ihr hängen wieder und wieder an. Irgendwann nervt es sie aber, dass sie die Teile nicht in den Mund nehmen kann. Dann wird sie quengelig.

Ich nutze das kleine Zeitfenster um E-Mails zu schreiben und Interviewfragen zu beantworten. Dann mache ich Fotos von unseren neusten Weihnachtsbüchern, die ich demnächst im Blog vorstellen möchte. Gegen 11 Uhr quengelt die Augustschnuppe intensiver. Mein Zeichen, ihr eine Flasche zu machen. Die trinkt sie wieder nur zur Hälfte und schläft dann in meinem Arm ein. Ich halte sie ein Weilchen und lege sie dann ab um mir mein Essen warm zu machen. Ich esse die grandiosen Auberginen-Zucchini-Röllchen von Gesund & Mutter. Die habe ich mir nachbestellt, weil ich sie so lecker finde. Mit Reis dazu ist das ein tolles Essen.

Der Große ruft an und berichtet mir vom Stand seines Bafög-Antrags fürs Ausland. Diese Anträge sind eine zeitraubende Sache. Momentaner Stand: er wird sein Geld vorraussichtlich nicht pünktlich bekommen, weil der Sachbearbeiter erst noch den Poststapel abarbeiten muss. Er ist wohl drei Wochen in Verzug. Sehr ärgerlich.

Die Augustschnuppe ist aufgewacht. Ich trage sie ein bisschen durch die Wohnung bis ich sie wieder zum Strampeln ablegen kann. Diesmal im Kinderzimmer. Ich setze mich dazu und singe ihr etwas vor und schreibe mit dem Laptop auf dem Schoß weiter Sachen auf, bis sie wieder meine volle Aufmerksamkeit benötigt. Ich beschließe, schon den Adventsjungen abzuholen. Draußen ist es heute gar nicht richtig hell geworden.

Als wir zu Hause sind, es ist knapp 14 Uhr, bekommt das Baby erstmal die Flasche. Sie schläft ein und ich kann sie aufs Sofa legen. Dann gehts los mit dem Plätzchen backen. Ich räume den Esstisch leer und lege Bleche und Ausstecher bereit. Das Mutzelchen kommt nach Hause. Mein Rezept reicht wie immer für genau drei Bleche. Das Mutzelchen möchte gerne die Plätzchen verzieren. Ich rühre Zuckerguss an. Der Adventsjunge möchte mitmachen. Begeistert kippen sie Zuckerguss und Verzierkram über die Plätzchen. Ein Blech sollen sie bitte verschonen. Ich stelle den Wäschetrockner an und schreibe dann kurz weiter an diesem Eintrag.

Der Postbote klingelt und bringt schöne Post für uns. Eine Leserin schickt mir jedes Jahr ein neues Weihnachtsbuch. Wie lieb! Das hier kenne ich noch nicht, die Illustrationen sind wunderschön! Vielen Dank!



Und die Fotobücher für die Kinder sind angekommen. Ich habe noch nie Fotobücher bestellt. Ich gestehe: ich habe kapituliert. Ich werde es im Leben nicht mehr schaffen, alle Fotos nachzubestellen und von Hand einzukleben. So habe ich von diesem Jahr für jedes Kind einen eigenen Ordner mit Bildern angelegt. Für jedes Kind ungefähr 100 Bilder. Bei CEWE habe ich dann die Software runtergeladen und den kompletten Ordner hochgeladen. Ohne Schnickschnack. Fertig. Ist ganz schön geworden, wenn auch nicht so persönlich wie selbst eingeklebte Alben. Und teurer ist es auch. Nach und nach möchte ich trotzdem die letzten Jahre aufarbeiten.

Der kleine Bruder trifft ein. Er besucht an der Schule einen Fotokurs. Ich mache mir einen Kaffee. Alle zusammen sitzen wir am Tisch und kosten Plätzchen. Danach spielen die Kinder bis zum Abendbrot. Ich decke rechtzeitig den Tisch, so dass wir pünktlich anfangen können. Dann trifft der Liebste ein und wir essen Brot, Käse, Salat und Rohkost. Tisch abräumen, Geschirrspüler einräumen, Zähne putzen für die Kinder und Sandmännchen gucken.

Ich verabschiede mich von meiner Familie, denn dienstags ist mein Aquafitnesstag. Ich fahre mit dem Bus in den nächsten Ortsteil. Dort gehe ich noch kurz zu Budni ein paar kleine Nikolausüberraschungen besorgen. Beim Aquafitness muss ich ein bisschen vorsichtig machen. Ich habe ein schmerzendes geschwollenes Schultergelenk, aber leider erst nächste Woche einen Arzttermin. Gegen 21:30 Uhr bin ich wieder zu Hause. Ich plane, früh ins Bett zu gehen, denn die bleierne Müdigkeit hat mich heute den ganzen Tag nicht verlassen. Vor dem Schlafengehen werde ich den Nikolaus spielen und in den selbstgenähten Stiefel Süssigkeiten und Büchlein verstecken.


WMDEDGT - Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? fragt Frau Brüllen. Bitteschön, das war er, mein 5. Dezember 2017.





* Amazon-Partner-Link

Sonntag, 3. Dezember 2017

Neunzehn!

Heute feierten wir nicht nur den 1. Advent, sondern vor allem den 19. Geburtstag unseres Großen. Schön, dass er während seiner Klausurenphase Zeit hatte, bei uns zu sein. Er klotzt richtig ran, leicht ist sein Studium nicht. Aber es macht ihm richtig Freude und das ist ja die Hauptsache.

Ab Januar wird er für ein knappes halbes Jahr in Barcelona studieren. Er wünschte sich einen neuen Reisetrolley und bekam gleich noch ein*, zwei* Reiseführer dazu. Zum Frühstück gab es wie immer einen Geburtstagskuchen mit Schokolinsenzahl, na klar! Am Nachmittag machten wir es uns richtig schön adventlich gemütlich, bevor er sich wieder an seinen neuen Wohnort bei Koblenz aufmachte. Unser nächstes Wiedersehen ist ja schon in Sicht: Weihnachten feiern wir zusammen.

Neunzehn!






* Amazon-Partner-Link

1. Advent

Einen schönen 1. Adventssonntag!


Samstag, 2. Dezember 2017

Plätzchen backen mit meinen Kindern

Seit vorgestern ist der Große zu Hause. Er vertritt seine Universität auf einer Messe hier in Hamburg. Er selbst hat auch genau auf solch einer Messe von einem Studium dort gehört.

Gestern habe ich kurzerhand beschlossen, Plätzchenteig vorzubereiten. Gleich wenn die Schulkinder eintreffen sollten, wollte ich mit ihnen Plätzchen ausstechen. Das schlichte und einfache Butterplätzchenrezept habe ich vor ewigen Zeiten mal aus dem Tagesspiegel ausgerissen.

Der fertig geknetete Teig wartete im Kühlschrank, während ich den Adventsjungen vom Kindergarten abholte. Als schließlich alle Kinder zu Hause waren, räumte ich den Tisch leer, streute auf jeden Platz etwas Mehl und legte eine kleine Teigkugel drauf. 

Der Große setzte sich dazu und so hatte ich alle meine fünf Kinder an dem Tisch versammelt. "Das ist so schön entschleunigt hier!" schwärmte mein Großer. Ich ließ ihn Weihnachtsmusik aussuchen und so summten wir mit und alle waren andächtig im Tun versunken.

Plätzchen backen ist eine schnelle Sache bei uns: ausstechen, backen, essen. Zum Aufbewahren oder Verzieren bleiben nie viele Plätzchen übrig. Und frisch schmecken sie eh am besten.

Als die drei Bleche fertig waren, wurde der Tisch abgeräumt und umdekoriert. Draußen war es mittlerweile schon dunkel. Kerzen an, Plätzchen, Stollenkonfekt und Obst auf den Tisch... Fertig war unsere Adventsstimmung.

Fünf Kinder, ich kann es immernoch nicht ganz fassen 









Freitag, 1. Dezember 2017

Hallo Dezember!


im Dezember werde ich...

das erste Türchen öffnen
eine liebe Bloggerkollegin treffen
noch ein paar Fenstersterne falten
Mutzelchens Ballettaufführung sehen
den 19. Geburtstag mit meinem Großen feiern
zur Physiotherapie gehen
die Augustschnuppe bei der U4 vorstellen
in der Schulbibliothek helfen
weiter beim Aquafitness sporteln
in unseren vielen Weihnachtsbüchern stöbern
Nikolausstiefel befüllen
sehr lieben Frühstücksbesuch empfangen
den 5. Geburtstag des Adventsjungen feiern
backen, backen, backen
Familienbesuch haben
mit der Familie einen Tannenbaum aussuchen
mit dem Adventsjungen zur U5 gehen
all unsere Lieblingsweihnachtsfilme schauen
Geschenke einpacken
unter Singen den Weihnachtsbaum schmücken
das Weihnachtsessen vorbereiten
Lebkuchenanhänger mit Bonbonfenster backen 
die Christvesper besuchen
hoffentlich ein gemütliches Weihnachtsfest begehen
mit meinen Ferienkindern faulenzen
"Dinner for One" schauen
auf unser gutes Jahr zurückblicken
Pläne fürs neue Jahr machen


Donnerstag, 30. November 2017

Stollenkonfekt


Oder: Wie ich 80 Stollen auf einmal backen kann.

"12/2000" steht in meinem Rezeptbuch über dem Rezept für die Ministollen. Ich versuche, mich an den Moment zu erinnern, als ich die Wörter aufs Papier brachte. Eigentlich erstaunlich, dass ich damals dafür Zeit und Nerven fand.

Im Dezember 2000 befand ich mich in einem der emotionalsten Ausnahmezustände meines Lebens. Ich war kurz davor, mich endgültig von meinem Mann zu trennen. Zu lange schon hatte ich in dieser lieblosen Ehe durchgehalten, nun war die Zeit reif, eine Entscheidung zu treffen. Dass ich meinen kleinen Sohn alleine großziehen würde, war mir schon länger klar. Es fehlte nur noch ein bisschen Mut, über die Lippen zu bringen, was ich im Kopf wieder und wieder formuliert hatte.

Und doch machte ich es mir und meinem Sohn schön. Schmückte und dekorierte das Haus, das bald nicht mehr unser Heim sein würde. Ich stellte Tannenbäumchen links und rechts der Haustür auf und machte einen besonders schönen Türkranz aus Tanne. Lichterketten leuchteten warm. Nach außen hin war alles perfekt. Wir hatten Plätzchen, Lebkuchen und dieses Stollenkonfekt.

Mein Weihnachtsherz wollte ich mir nicht auch noch kaputt machen lassen. Und ich wusste, es gibt genug Liebe für jeden da draußen, also auch für mich. Am 20. Dezember 2000 habe ich mich getrennt und bin mit meinem Sohn bei meinen Eltern untergekommen. In diesem Jahr schneite es genau am 24. Dezember, pünktlich zur Christvesper.

am Vortag:

200g Rosinen
50g Zitronat
50g Orangenat
125g gehackte Mandeln
ca. 200ml Apfelsaft

* Zitronat und Orangenat mit einem scharfen Messer noch ein bisschen feiner hacken
* alle Zutaten in einer Schüssel mischen und mit Apfelsaft halb bedecken
* über Nacht im Kühlschrank aufbewahren
* die Zutaten werden auf diese Weise schön saftig und trocknen das Gebäck nicht aus
* falls hinterher zuviel Flüssigkeit vorhanden ist, die Zutaten in einem Sieb abtropfen lassen

am Backtag:

500g Mehl
60g frische Hefe
90g Zucker
125ml lauwarme Milch
250g Butter für den Teig
125g flüssige Butter zum Bestreichen
200g Puderzucker zum Bestreuen

* das Mehl in eine große Schüssel geben und eine große Mulde hineindrücken
* Hefe in die Mulde bröckeln, 1 Esslöffel Zucker darüberstreuen
* lauwarme Milch zur Hefe gießen
* Hefe-Milch-Gemisch vorsichtig in der Mulde verrühren
* den restlichen Zucker auf dem Mehlrand verteilen
* Butter in Stückchen rundherum auf dem Mehlrand verteilen
* 30 Minuten gehen lassen, bis der Teig Blasen wirft
* nach der Gehzeit mit dem Mixer gut verkneten
* eingeweichte Zutaten zum Teig geben und unterkneten, auch mit der Hand
* 30 bis 60 Minuten abgedeckt gehenlassen, bis sich der Teig sichtbar vergrößert hat
* kurz durchkneten und mit der Hand etwa walnussgroße längliche Stollen formen
* versetzt auf Bleche legen, ich habe genau 80 Stück geformt
* bei 225 Grad (Umluft 200°C) ca. 10 Minuten goldbraun backen
* 125g Butter schmelzen und die noch warmen Stollen damit bestreichen
* mit Puderzucker bestäuben, Vorgang nach 15 Minuten wiederholen
* vor dem Servieren nach Bedarf nochmal frisch mit Puderzucker bestäuben


Wie lange die Ministollen wirklich halten, kann ich leider nicht sagen. Wie all unsere gebackenen Schlemmereien leben auch sie nicht sehr lange. Selbst die Kinder, die sonst nie Stollen essen, haben diese Ministollen mit Freude verputzt.

Orangenat hacken

Mandeln, Zitronat, Orangenat, Rosinen

in Apfelsaft einweichen

Hefe in der Mulde mit lauwarmer Milch begießen und verrühren

Vorteig nach 30 Minuten

kneten

Früchte und Mandeln unterkneten

Teig abdecken und gehen lassen

Teig nach 60 Minuten

Ministollen formen

nach dem Backen

mit flüssiger Butter bestreichen

mit Puderzucker bestäuben

Schneelandschaft :-)
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...